Dieses Kleine Couleurlexikon bietet einen kleinen Einblick in die Begrifflichkeiten korporationsstudentischer "Fachausdrücke"

Dachverband: Zusammenschluss mehrer Verbindungen mit gleichen Idealen bzw. Zielsetzungen.

DB: Deutsche Burschenschaft; Gegründet 1919, geht jedoch auf die Urburschenschaft von 1815 zurück. Farbentragender Verband, dessen Mitgliedern die Mensur freigestellt ist. Die Mitglieder sind verpflichtet, sich mit staatspolitischen und gesellschaftspolitischen Problemen auseinander zu setzen.

DBÖ: Verband der akademischen Burschenschaften in Österreich: Farbentragender und pflichtschlagender Verband, der 1952 gegründet wurde. Der Erste Zusammenschluss erfolgte bereits 1907 in der "Burschenschaft der Ostmark" (BdO), die 1919 mit der DB verschmolz. 1952 erfolgte die Neugründung der DBÖ.

DS: Deutsche Sängerschaft (Weimarer CC); Farbentragender und fakultativ schlagender Verband, der 1896 als DASB (Deutsch-akademischer-Sängerbund) gegründet wurde. 1951 erfolgte die Wiedergründung.

Fakultatives Prinzip: Prinzip der Freiwilligkeit hinsichtlich des Schlagens einer Mensur. Die Mitglieder einer Sängerschaft bekennen sich zu diesem Prinzip.

Ferialis: Regelmäßiges Verbindungstreffen zwischen dem Sommer- und Wintersemesterbetrieb.

Flaus: (von Flausch, d.h. wallender Rock, auch Pekesche oder Bierjacke genannt) Eine mit Verschnürungen versehene, meist in Samt gehaltene festliche Jacke. Bestandteil der Vollwichs. Seine Farbe entspricht vorwiegend der Farbe der Mütze, kann aber auch durch schwarz ersetzt werden.

Fux: Ursprünglich der Neuling an der Universität, dann das minderberechtigte Verbindungsmitglied bis es Bursch wird. Im 1. Semester auch "Krassfux" und im 2. Semester oft als "Brandfux" bezeichnet. Die Herkunft des Wortes ist strittig. Am ehesten nachzuvollziehen ist die Entwicklung aus dem niederdeutschen "Voß", mit dem man einen groben ungelernten Kerl belegte. Zunächst ist der Student Spefux (=Spe- von lat. sperare =hoffen). Man hofft, dass er eintritt und man bekeilt ihn also. Der Spefux heißt deshalb auch Keilfux. Hat er sich dann als Gast des Bundes eingefunden wird aus dem "Spefux" ein "Spähfux" geworden. Er späht in den Bund hinein, sieht ihn sich also probehalber an. Im ersten Semester nennen wird den Fux "krass". Die Betitelung als "Krassfux" mag aus einer vermengenden Verballhornung des lateinischen crassus (derb) und des deutschen grass (grässlich) entstanden sein. Der Krassfux hat noch keine Ahnung von den akademischen Umgangsformen und war ein noch dementsprechend derber Kerl. Bis zum zweiten Semester hat sich der "derbe" Kerl schon ein gutes Stück Comment und akademische Denkweise angeeignet. Er heißt dann Brandfux. Diese Bezeichnung beruht nicht auf der Zeremonie der Brandung. Bei Aufkommen dieses Ausdrucks wurde man noch zum Brandfuxen geschlagen. Die Brandungszeremonie, deren markanter Bestandteil das Haareversengen war, damit der Fux auch trocken hinter den Ohren werde, entwickelte sich erst später. Ein symbolischer Zusammenhang mit dem reinigenden und freimachenden Element "Feuer" ist trotz des wenig feurigen Ursprungs wahrscheinlich. Gehört der Fux einer (fakultativ)schlagenden Verbindung an, kann er bei der Mensur auch einmal Schleppfux sein. Während sich der Schleppfux seinen Namen früher damit verdiente, dass er den Mensurwichs zum Paukboden schleppte, bleibt ihm dies in unseren Zeiten weitgehender Gleichberechtigung erspart. Fuxen werden heute weitgehend zum Klingenwischen eingesetzt. In der heutigen Studentensprache bestehen die beiden Schreibweisen "Fuchs" und "Fux" nebeneinander. Schon darin spiegeln sich die verschiedenen Thesen über die Herkunft des Begriffes. Für "Fux" spricht auch die Ableitung vom lateinischen "Faex", d. h. Bodensatz einer Flüssigkeit. Schon in klassischer Zeit wird die Bezeichnung auch für die niedrigsten Bevölkerungsschichten verwendet. Ein anderer Deutungsversuch geht auf die Volksmeinung zurück, dass ein Student so wie eine Drohne wenig nützliche Arbeit leiste. Drohne = lat. fucus. Daraus wurde die volkstümliche Bezeichnung "Fux" oder "Fuchs".

Gaudeamus igitur: (lat. also lasst uns fröhlich sein); Anfangsworte des wohl bekanntesten Studentenliedes. Seit 1781 in der heutigen Fassung vorhanden. Als kirchliches Bußlied aber bereits 1267 nachweisbar. Seit 1582 beginnt es mit den Worten "Gaudeamus igitur".

Kartell: Ein Kartell ist die engere freundschaftliche Beziehung zweier oder mehrere studentischer Verbindungen, die gleichartige Zielsetzungen verfolgen und deswegen freundschaftliche Beziehungen untereinander pflegen. Ein Kartell kann aber auch ein reines Zweckbündnis sein. Der Ausdruck Kartell bezieht sich auf die Vertragsurkunde (franz. caner; lat. charta), die ein Kartellverhältnis besiegelt.